Tabaksteuer 2022 – was ändert sich?

Rauchen wurde bereits im Jahr 2015 deutlich teurer. Doch nun steht im Jahr 2022 die nächste Tabaksteuer Erhöhung an. Besonders betroffen sind Nutzer von Tabakerhitzern sowie E-Zigaretten. Die Gesetzesänderung wurde im Juni 2021 vom Bundestag beschlossen.

  • Dabei soll im Jahr 2022 pro Packung mit 20 Zigaretten jeweils 10 Cent aufgeschlagen werden.
  • 2023 kommen weitere 10 Cent hinzu.

In den Jahren 2025 und 2026 erfolgen weitere Erhöhungen von jeweils 15 Cent je Packung. Zudem wird die Steuer neu für E-Zigaretten und Tabakerhitzer eingeführt. Diese Bereiche waren bisher nur gering besteuert.
Für 10 Milliliter Tabak-Liquid sollen ab 2022 1,60 € und ab 2026 3,20 € an Steuern anfallen.
Die Zigaretten-Industrie hat eine deutliche Kritik an diesen Beschlüssen geäußert. Die Grünen kritisieren hingegen, dass die Steuern für herkömmliche Zigaretten zu niedrig und für E-Zigaretten zu hoch seien. So werde der Umstieg auf E-Zigaretten nicht gerade gefördert.

Tabaksteuer Shisha 2022

Auch Wasserpfeifentabak, der für Shisha-Bars eine große Rolle spielt, wird stärker besteuert. Insgesamt werden im Jahr 2022 Steuer-Einnahmen in Höhe von 16 Milliarden Euro erwartet. Die Tabaksteuer stellt jedoch nicht nur eine wichtige Einkommensquelle für die Staatskasse dar, sondern erzeugt eine abschreckende Wirkung auf Raucher. So soll der Gesundheitsschutz insbesondere für Jugendliche gesteigert und Raucher zum Aufhören animiert werden. Die gesellschaftlichen Kosten von erkrankten oder verstorbenen Rauchern sind immens.

Dabei handelt es sich um Beträge um die 100 Milliarden Euro. Die Gesetzesänderung betrifft auch indirekt den Besuch von Shisha-Bars. Aufgrund des hohen Steuer-Zuschlags auf Wasserpfeifentabak wird der Besuch in einer Shisha-Bar deutlich kostenintensiver. Für jedes Kilogramm werden zukünftig 15 Euro Steuer erhoben.

Im Jahr 2023 wird dieser Zuschlag auf 19 Euro erhöht. Shishas zählen seit jeher als Einstieg für Jugendliche in das Zigaretten-Rauchen. Daher war es nur eine Frage der Zeit, bis verschiedene Politiker eine deutlich höhere Besteuerung forderten. Über die Ansicht, welche Produkte gefährlicher sind, gibt es unterschiedliche Ansichten.
So hat das Deutsche Krebsforschungszentrum Wasserpfeifentabak mit Zigarrenrauch in puncto Gesundheitsschädlichkeit auf eine Stufe gestellt.

Die Anpassung des Gesetzes soll jedoch nicht nur mehr Geld in die Steuerkassen spülen, sondern zusätzlichen Schutz für Jugendliche schaffen sowie das veränderte Konsumverhalten mit einbeziehen. Zudem sollen die Kosten der Corona-Pandemie durch den Beschluss finanziert werden. Änderungen ab 2022 bis zum Jahr 2026 sollen die Tarife schrittweise gesteigert werden.

Tabaksteuer Zigarren und Zigarillos 2022

Eine Erhöhung erfolgt ebenfalls bei Zigarren und Zigarillos. Eine besonders große Gefahr für Jugendliche stellen Liquids mit hohem Nikotingehalt und besonderen Aromen dar. Hersteller von Tabakerzeugnissen kritisieren jedoch die neuesten Beschlüsse. So würden Investitionen in Tabakerhitzer und der Aufbau eines zweiten Standbeins durch die Gesetzesänderung massiv ausgebremst werden.

Zudem verweisen die Hersteller darauf, dass Tabakerhitzer und E-Zigaretten deutlich weniger Schadstoffe als herkömmliche Zigaretten beinhalten. Daher hat das „Bündnis für Tabak-freien Genuss“ eine Verfassungsbeschwerde angekündigt. Für manche Politiker aus der SPD ist die angekündigte steuerliche Belastung jedoch zu niedrig. Laut SPD-Politiker Schrodi ist der Tarif nicht ausreichend, um auf junge Menschen eine ausreichende abschreckende Wirkung zu erzielen, damit sie erst gar nicht damit anfingen. Umso höher der Preis, desto positiver ist die Auswirkung auf die Gemeinschaft.

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